Lüneburg. Noch bevor auf den Sülzwiesen der erste Ton erklingt, blickt der Lüneburger Kultursommer einer ungewissen Zukunft entgegen. Der Veranstalter Campusevents rechnet für die diesjährige Ausgabe mit einem deutlichen Defizit. Sollte sich der Ticketverkauf in den kommenden Wochen nicht deutlich verbessern, könnte der Kultursommer 2027 sogar pausieren.
„Dramatisch“ sei die aktuelle Situation, sagt Veranstaltungsleiter Max Giesler. Um kostendeckend arbeiten zu können, müssten rund 24.000 Tickets verkauft werden. Nach den derzeitigen Hochrechnungen werden jedoch lediglich etwa 13.500 Karten abgesetzt. „Wir sind 10.000 Karten hinter dem eigentlichen Break-even-Point. Das ist für uns finanziell natürlich das Totalfiasko“, so Giesler.
Die Ursachen liegen nach Angaben des Veranstalters vor allem in den stark gestiegenen Kosten für Künstlergagen, Technik, Personal und Infrastruktur. Gleichzeitig habe sich das Kaufverhalten des Publikums verändert: Viele Besucher entscheiden sich erst kurz vor den Konzerten für den Ticketkauf. Für Veranstalter ist das problematisch, weil die meisten Ausgaben bereits lange vor Veranstaltungsbeginn anfallen.
Der Kultursommer wurde 2020 während der Corona-Pandemie ins Leben gerufen und hat sich seitdem zu einer festen Größe im Lüneburger Veranstaltungskalender entwickelt. Auch in diesem Jahr stehen mit Künstlern wie Gregory Porter, Fury in the Slaughterhouse, Ronan Keating, CLOCKCLOCK und Dick Brave wieder namhafte Acts auf dem Programm.
Trotz des attraktiven Line-ups steht die Zukunft des Festivals auf dem Spiel. Campusevents schließt eine Pause im Jahr 2027 inzwischen nicht mehr aus. Ob der Kultursommer fortgeführt werden kann, dürfte sich maßgeblich daran entscheiden, ob der Vorverkauf in den kommenden Wochen noch deutlich anzieht.
Ein Aus hätte nicht nur kulturelle Folgen. Der Kultursommer gilt als wichtiger Publikumsmagnet für Lüneburg und sorgt regelmäßig für zusätzliche Gäste in Hotels, Restaurants und Geschäften. Umso größer wäre die Lücke, sollte das Open-Air-Festival tatsächlich eine Auszeit nehmen müssen.

